Aktuelles
Am 25.07.2026 verstarb unser langjähriges Mitglied Margot Jann
Wir werden dein Andenken stets in Ehren halten
Frauenkreis der ehem. Hoheneckerinnen e.V
Veranstaltungsbericht
Die Kinder der inhaftierten Frauen in der Haftanstalt Hoheneck
Am 22. August 2026 fand in der Gedenkstätte Hoheneck auf Initiative des Frauenkreises der Hoheneckerinnen unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Landtages des Freistaates Sachsen mit Fördermitteln der Konrad-Adenauer-Stiftung Sachsen vor 85 Zuhörern eine tief bewegende Tagung statt. Sie widmete sich dem folgenschweren Schicksal von Kindern, deren Mütter aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert waren.
Die Tagung begann mit dem ehrenden Gedenken an den 2018 verstorbenen Schriftsteller Ulrich Schacht. Seine Biografie war untrennbar mit dem Ort verwoben: Als Sohn einer politischen Gefangenen kam er am 9. März 1951 im Frauengefängnis Hoheneck zur Welt. Nach nur zwölf Wochen wurde er zwangsweise von seiner Mutter getrennt und in ein Heim überführt. Dieses vererbte Trauma prägte sein späteres Aufbegehren gegen die DDR-Diktatur, das ihm selbst eine mehrjährige Haftstrafe einbrachte. Sein 1984 veröffentlichtes Buch „Hohenecker Protokolle“ gilt als Meilenstein der Aufarbeitung. Es verlieh den politisch verfolgten Frauen erstmals eine unzensierte Stimme und dokumentierte die Zerstörung der Mütterlichkeit.
Moderator Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs führte durch die Gespräche, das mit Marco Weise begann. Seine Mutter Sabine Weise war am 7. Mai 1981 vom MfS verhaftet worden. Aus Angst vor dem MfS verheimlichte die Familie die Haft und erzählte dem kleinen Jungen, die Mutter sei im Krankenhaus. Während die Mutter im Gefängnis unter der Zwangsarbeit litt, kam Marco bei einer Tante unter. Nach dem Freikauf 1982 gelangte die Familie in den Westen, doch die Traumata wirken nach.
Dann erhielt Thomas Maelsa das Wort, dessen Mutter Eva Aust zwischen 1974 und 1977 in Hoheneck inhaftiert war. Er schilderte den „Tag des Bruchs“, als er als 12-Jähriger von der Verhaftung seiner Eltern erfuhr und plötzlich allein zurückblieb. Seine Großmutter zog in die elterliche Wohnung, um ihn während der dreijährigen Haftzeit zu versorgen. Er schilderte die lähmende Zeit der Ungewissheit, die gezielte Ausgrenzung in der Schule bezüglich des Abiturs sowie den darauffolgenden Ausreiseantrag. Am 16. April 1982 glückte der Familie schließlich nach dem Freikauf die aufregende Ausreise über den Tränenpalast in den Westen, wo ein schwerer Neuanfang ohne die alten Freunde wartete.
Das Publikum reagierte auf diese Berichte über die systematische Zerstörung familiärer Bindungen und die öffentliche Bloßstellung durch Lehrer mit tiefer Betroffenheit. Aus den Reihen der Zuhörer wurde mehrfach die dringende Bitte geäußert, diese Veranstaltung zu wiederholen.
Aktionstag am 14.06.2025
Aktionstag am 14.6.2025
Bundeskongress und Ausstellungseröffnung in Berlin
11.02.2025 – Gedenkveranstaltung zum Transport von Frauen u. Kindern aus dem Speziallager Sachsenhausen ins Frauenzuchthaus Hoheneck vor 75 Jahre
Danke für diese Gedenkfeier am 11.02.2025 an Prof.St.Appelius!
Mein besonderer Dank geht auch an den MP M.Kretschmer, vor allem aber an Annemarie Krause!Du, liebe Annerose hast nicht nur den Ministerpräsidenten, sondern uns alle, die vor Ort waren, beim Rundgang und auf der Bühne gesagt und gezeigt, dass man vieles nicht vergisst und nicht vergessen darf.
Leider gab es unter den Anwesenden auch eine Stimme, die so gut wie nichts gut fand. Aber das kommt wohl daher, weil Er nicht im Mittelpunkt stand. Das Orgelspiel von Herrn Ahnert hat den gesamten Festakt abgerundet. Die Bundesbeauftragte Frau Zupke hätte sich in ihrer Festrede mehr auf die SMTerinnen einlassen sollen und nicht auf ein Hoheneck-Kind speziell. Denn weder die Mutter noch das Kind waren bei diesem Transport vor 75 Jahren dabei.
Hoffen wir, dass es noch mehr solcher Veranstaltungen im ehem. Frauenzuchthaus Hoheneck gibt. Denn die Taten des Unrechtsstaates DDR dürfen nie in Vergessenheit geraten.
Wie sieht es heute aus?
SED-PDS- Die Linke schreien heute nach DEMOKRATIE!
Wo war die Demokratie als man uns ins Zuchthaus Hoheneck sperrte?
11.07.2024 Einweihung durch Bundespräsidente Herrn W.Steinmeier
Liebe Hoheneckerinnen, liebe Freunde, heute kann ich über freudige Ereignisse berichten. Unter dem Motto: “ Was lange währt, wird endlich gut.“ Am 11.07.2024 und am 12.07.2024 wird die Gedenkstätte Hoheneck eingeweiht. Am 11.07.2024 wird die Gedenkstätte durch den Bundespräsidenten Herrn W.Steinmeier und den OB der Stadt Stollberg Herrn M.Schmidt eröffnet.
Dieser Termin ist leider nur für geladene Gäste. Am 12.07.2024 von 11:00 Uhr – 17:00 Uhr findet die Eröffnung für alle ehem. politisch Inhaftieren des Zuchthauses Hoheneck statt. Vorgesehen sind Führungen und Beratungsgespräche über Hilfen und Unterstützung.
Eröffnung des Lern und Gedenkorts Kaßberg-Chemnitz
Am 21.10. u. 22.10.2023 wurde der Lern und Gedenkort Kaßberg eröffnet. Außer dem Zellentrakt für die freigekauften politischen Häftlinge ist vom ehem. Kaßberg nichts mehr vorhanden. Im Eingangsbereich können sich Besucher Videos ansehen und an den Wänden Fotos aus der Geschichte des Gefängnisses. Über eine Treppe gelangt man in den Zellentrakt. Eine Zelle ist eingerichtet und durch eine Glaswand zu sehen. Alle anderen Zellen sind mit Foto und Namen sowie der Biografie des ehem. Gefangenen ausgestattet. Der gesamte Trakt wird durch Licht in rosa-pink gehalten. Soll wohl Wärme darstellen. Ich konnte es nicht genau definieren. Die Zellen für die Freistunde sind weg, ist jetzt ein Parkplatz. Der Trakt, wo die Politischen zum Ausreisebus geleitet wurden, gibt es nur noch Sandhügel. Ich bin nach der Einladung voller Vorfreude nach Chemnitz gefahren. Aber ich persönlich bin enttäuscht. Aber über Geschmack lässt sich streiten.
Regina Labahn
08.06.2024 AKTIONSTAG